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fluege.de unterliegt beim BGH

Online-Reiseportale müssen früh endgültigen Preis angeben

Oft erlebt und immer geärgert : Erst beim letzten Buchungsschritt kann man erkennen, dass für die Buchung eine Servicegebühr gezahlt werden muss. Solche und ähnliche Preis-Tricksereien sind bei Reise- und Flugangeboten auf sog. Online-Reiseportalen nicht zulässig.Dies hat jetzt der BGH entschieden. Der zur Unister Gruppe gehörende Reiseanbieter fluege.de muss jetzt aufgrund des Gerichtsbeschlusses seine entsprechende Seite ändern.

Urlauber müssen bei der Internet-Buchung auf Reiseportalen auf den ersten Blick den kompletten Flugpreis einschließlich aller Nebenkosten erkennen können. Zusatzkosten dürften nicht erst bei der Buchung eingeblendet werden, bestätigte der Bundesgerichtshof (BGH) in seinem Beschluss (Aktenzeichen: I ZR 168/10 ).

Die Bad Homburger Wettbewerbszentrale setzt sich damit in letzter Instanz gegen den Betreiber des Portals fluege.de, Unister, durch. Damit sei lt. Wettbewerbszentrale klar, dass das EU-Recht auch für Reisevermittler gelte, erklärte Hans-Frieder Schönheit, Mitglied der Geschäftsführung der Wettbewerbszentrale aus Bad Homburg, die dieses kundenfreundliche Urteil erstritten hat.

Das OLG Dresden hatte Unister bereits im August 2010 dazu aufgefordert, die Preisanzeige bei fluege.de zu ändern. Dagegen hatte das Internet Unternehmen, von dem auch Internetportale wie ab-in-den-urlaub.de, preisvergleich.de oder auto.de betrieben werden, Beschwerde beim BGH eingelegt. Kunden von fluege.de hatten erst bei der endgültigen Buchung gesehen, dass dort zusätzlich zum Flugpreis eine Servicegebühr erhoben wurde.

Außerdem konnten sie nur mit einem Mausklick verhindern, dass automatisch eine Reiseversicherung zusätzlich zur Flugbuchung abschlossen wurde. Das ist nach EU-Recht seit 2008 verboten.

“Weiter steht fest, dass weder der vom Kunden zu zahlende Endpreis durch die zusätzliche Ausweisung zwingender Kostenpositionen verschleiert werden noch ein ‘Unterschieben’ gegebenenfalls nicht gewünschter Zusatzleistungen erfolgen darf”, sagte Schönheit.(spiegel.de/reise/aktuell 30.8.2011)