Reiserücktrittsversicherung und Schwangerschaft

Durch eine Diskussion zwischen „eulalie“ und „Blumenbine“ in einem Forum für Wunschkinder sind wir auf die dort diskutierte Frage aufmerksam geworden, ob eine Schwangerschaft, die z.B. aufgrund einer Intensiv-Hormonbehandlung der Versicherten eintritt, vom Versicherungsumfang einer Reiserücktrittsversicherung umfasst wird.

Schwangerschaft ist nach den AVB aller uns bekannten Reiseversicherer ein versicherter Rücktrittgrund. Wenn es da nur nicht den § 81 Abs 1 VVG gäbe.

Der Versicherer ist nicht zur Leistung verpflichtet, wenn der Versicherungsnehmer vorsätzlich den Versicherungsfall herbeiführt.

Reiserücktrittsversicherung und Extrauterin-Insemination

In Fällen von Extrauterin-Insemination wird eine Schwangerschaft zweifellos vorsätzlich herbeigeführt. Wird von derr Versicherten trotzdem während einer Behandlung, die zur Herbeiführung einer Schwangerschaft unternommen wird, eine Reise gebucht, so kann die Reiseversicherung an und für sich den Einwand erheben, dass der Versicherngsfall vorsätzlich herbeigeführt wurde. Die Versicherte muss nämlich, damit rechnen, dass die Behandlung tatsächlich anschlägt . Damit handelt sie im Rahmen der AVB zumindest bedingt vorsätzlich.

Wird die VN auf dem auch noch heute üblichen Weg schwanger, könnte das natürlich auch vorsätzlich sein, der Versicherer hätte aber wohl grosse Probleme, den Vorsatz nachzuweisen, ohne sich lächerlich zu machen.

Soweit die graue Theorie. Unsere „eulalie“ hat eine praktische Lösung gefunden :

Ich bin dann nach dem positiven Test schneller als üblich bei der normalen Gyn aufgeschlagen, um von ihr (und nicht der KiWu) eine Bescheinigung für die RRV zu bekommen. Die Gyn war total lieb und hat nach Absprache einfach unter den Tisch fallen lassen, wie die SS entstanden ist. Dazu hat sie, um sicher zu gehen, ungefragt noch einen Risikofaktor hinzugedichtet. Fertig. Von der Versicherung hat dann keiner mehr nachgefragt und es wurde anstandslos alles erstattet.

Mit Hilfe des Arztes schnell eine falsche Bescheinigung ausgestellt und kein Sachbearbeiter in der Reiseversicherung fragt nach. Auch eine weitere Foristin berichtet von hilfreichen Ärzten und frisierten Arztattesten. Ein schlechtes Gewissen hat offenbar niemand.

[important]Unser Vorschlag an die Reiseversicherungen[/important]

Gleichwohl haben wir Bedenken, uns dem Vorschlag von „eulalie“ anzuschliessen. Diese Vorgehensweise ist schließlich strafbar ( zumindest wenn man erwischt wird ). Wir würden es bevorzugen, wenn die Reiseversicherungen diese Behandlungen mit in den Versicherungsschutz einschließen. Zahlen müssen sie wohl ohnhin und der betroffene Personenkreis ist klein und sicher für jede Hilfe dankbar.

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