Finanztest vs. Münchener Verein – Der Nachtest

ft062014-kleinIn ihrer aktuellen Juni Ausgabe hatte die Stiftung Warentest – wie jedes Jahr – zahlreiche Tarife von Reisekranken­versicherungen getestet. Nicht alle Anbieter beteiligen sich an diesen Tests. So hatte z.B. der Münchner Verein seinen Tarif „Care 2 Go“ zum Test­zeit­punkt von seiner Internetseite genommen. Nachdem der Tarif jetzt wieder abgeschlossen werden kann, entschlossen sich die offensichtlich verärgerten Verbraucherschützer zu einem „Nachtest“.

Die Vorgeschichte

Laut Finanztest hat sich die Vorgeschichte wie folgt abgespielt :

Kurz nach dem Unter­suchungs-Stichtag 1. April 2014 hatte der Versicherer mitgeteilt: „Wir über­arbeiten unsere Auslands­reisekranken­versicherung und haben aus diesem Grund bereits heute unser Angebot von unserem Rechner auf der Home­page genommen.“ Interes­sant: Nach Veröffent­lichung der Testergebnisse tauchte der Tarif aber plötzlich wieder auf – ohne dass der Versicherer irgend­etwas geändert hat.


Das Egebnis des Nachtests wird dem Versicherer nicht gefallen.

Der Münchener Verein, wirbt damit, bundes­weit die güns­tigste Auslands­kranken­versicherung anzu­bieten. Tatsäch­lich sind die Preise sehr nied­rig: So zahlt eine Einzel­person für den Online-Tarif bis einen Tag vor dem 56. Geburts­tag nur 5,88 Euro im Jahr. Ab dem 56. Geburts­tag zahlen Kunden 12,48 Euro und ab dem 76. Geburts­tag 19,92 Euro. Die Prämien sind also tatsächlich äußerst günstig. Allerdings gibt es eben auch andere Anbieter, die für weniger als 10 Euro ein Sehr Gut als Testergebnis ausweisen, während Finanztest dem tarif „Care 2Go“ gerade noch ein Befriedigend (3,5) zubilligt.

Dafür gab es Punktabzüge :

“ Care 2 go“ bietet Urlaubern für Reisen außer­halb Deutsch­lands lt. Stiftung Warentest befriedigende Leistungen. Für dieses Urteil haben die Tester die Kriterien für welt­weit geltende Auslands­reise-Kranken­versicherungen zu Grunde gelegt.
Wichtiger Prüf­punkt sind für die Verbraucherschützer die Gesund­heits­leistungen des Versicherers. Dabei kommt es auf klar formulierte Bedingungen an. Da der Münchener Verein nur bei „einem im Ausland unvor­hergesehen eintretenden Versicherungs­fall“ leistet und der Terminus „unvor­hersehbar“  nicht erklärt wird, gab es dafür einen Abzug.

Anbieter die mit Sehr Gut bewertet werden erstatten Urlaubern im Notfall Kosten für Hilfs­mittel, zum Beispiel Krücken, Prothesen oder einen Roll­stuhl, wenn dies medizi­nisch notwendig ist. Viele zahlen auch für provisorischen Zahn­ersatz und sie über­nehmen die Kosten für eine psychische Erkrankung. All dies bietet der Münchener Verein nicht.

Krankenrück­trans­port
Sehr gut bewertet wird von den Testern, wenn der Versicherer auch die Kosten des Rücktransports auch dann über­nimmt, sobald eine stationäre Behand­lung im Ausland voraus­sicht­lich länger als 14 Tage dauert. Der Münchener Verein bietet diese Leistung zwar an. Nicht gefallen hat Finanztest aber dass der Anspruch auf Kosten­erstattung nicht ohne weitere Einschränkung besteht, sobald der Rück­trans­port medizi­nisch sinn­voll und vertret­bar ist.

Tod im Ausland
Stirbt der Versicherte im Ausland, über­nehmen sehr gute Versicherer mindestens 10 000 Euro für die Über­führung nach Deutsch­land oder die Bestattung am Urlaubs­ort. Der Münchener Verein hat die Leistung für Bestattungen welt­weit und für Über­führungen inner­halb Europas auf 5 200 Euro beschränkt.

Unser Fazit

Ob die Verbraucherschützer etwas gnädiger mit dem Versicherer umgegangen wären, wenn er sich am Test beteiligt hätte, bleibt nur zu vermuten. Allerdings hatte der Tarif „care 2 go 505“ im Test 2012 sogar nur ein ausreichend (3,7) erhalten, was den Versicherer vermutlich nicht zur weiteren Teilnahme motiviert hat. Denn schon im Finanztest 2013 sucht man vergeblich nach Angeboten des Münchner Vereins.

Quelle : http://www.test.de/Reiseversicherung-Muenchener-Verein-im-Nachtest-enttaeuschend-4709270-0/

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